Sabine Wälchli

Santa Claus wurde eingebürgert

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Wie gestalten Sie Advent und Weihnachten? Welche Bräuche pflegen Sie?
Sabine Wälchli,
Ich bin im katholischen Kanton Solothurn aufgewachsen. Am 6. Dezember jeweilen kam der Samichlaus zu uns - mit Mitra und Bischofsstab. Irgendwann muss er sich neu ausgestattet haben, seine goldene Mitra hatte er in eine rot-weisse Zipfelmütze eingetauscht, den Bischofsstab durch einen einfachen dicken Ast eines Baumes ausgewechselt. Ich weiss noch gut, wie ich Angst vor ihm hatte, denn er wusste irgendwie alles, vor allem, dass ich nicht immer artig war und nicht immer den Teller leer ass, er schimpfte mit mir und ich fragte mich, warum er um alles in der Welt das alles wusste. Irgendwann schien er eine Art Altersmilde entwickelt zu haben. Die Mängelliste wurde deutlich kleiner, dafür gabs Lob und Ermunterung.
Advents- und Weihnachtsbräuche sind in einem steten Wandel. Den Adventskranz gibt es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts und viele Familien verzichten heute aus ökologischen Überlegungen wieder auf einen Weihnachtsbaum. In Ostdeutschland werden Räuchermännchen aufgestellt und angezündet, in katholischen Gegenden ist das Sternsingen ein festes Ritual.
Bräuche sind Rituale. Rituale drücken Empfindungen, Hoffnungen, Ängste, Werte aus. In Ritualen gestalten Menschen ihren Glauben. Was sagt ein über und über mit Lichterketten geschmücktes Haus über die Sehnsucht seiner Bewohner aus? Und warum kauft ein Mensch so viele Weihnachtsgeschenke?
Advents- und Weihnachtsbräuche werden sich weiter verändern. Neue werden entstehen oder aus anderen Ländern zu uns kommen, andere werden auswandern oder verschwinden. Nicht alles davon ist bedeutungsschwer. Manches gleicht eher einem Gag. Aber warum auch nicht? Gags verschwinden wieder. Überleben wird nur, was Menschen bewegt und Sinn-voll ist. Und nach einer gewissen Zeit wird auch das abgelöst werden.
Was bleibt?
Es ist die christliche Botschaft, dass die Welt nicht gottlos ist und nicht hoffnungslos. Es ist die Botschaft, dass auch in der finstersten Lebensnacht ein Licht entzündet werden kann. Es ist die Botschaft, dass Menschen trotz allem den Weg zueinander finden können. Weil Gott zu uns gefunden hat.

Der Kirchengemeinderat und die Mitarbeitenden wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und von Herzen ein gutes Neues Jahr!

Bereitgestellt: 26.11.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch